Selbstuntersuchung der Brust

Neben der Untersuchung der Brust durch Ihren Gynäkologen und der Mammographie sowie zunehmend der Brust-Ultraschalluntersuchung ist die monatliche Tastuntersuchung der Brust von entscheidender Bedeutung zur Früherkennung eines Knotens in der Brust. Ab dem 20. Lebensjahr sollte jede Frau ihre Brust monatlich selber abtasten. Der beste Zeitpunkt für die Selbstuntersuchung der Brust ist kurz nach der Periode. Zu diesem Zeitpunkt ist die Brust weicher und Knoten im Gewebe können besser ertastet werden.

Alle 6-12 Monate Tastuntersuchung durch Ihren Frauenarzt.

Bei Frauen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr kann je nach Befund und Risiko eine Basismammographie durchgeführt werden, ab dem 40. Lebensjahr wird alle ein bis zwei Jahre eine Mammographie empfohlen. Die Mammographie, eine Röntgenuntersuchung der Brust, ist die derzeit einzige Methode, mit der nicht-tastbare Knoten sichtbar gemacht werden können. Eine Mammographie wird immer dann durchgeführt und von der Kasse übernommen, wenn ein Brustkrebsrisiko oder eine Auffälligkeit an der Brust besteht. Sie gehört (noch) nicht zum gesetzlichen Krebs-Früherkennungsprogramm und muß, wenn keine ausreichende Begründung durch den Frauenarzt vorliegt, von den Patientinnen selbst bezahlt werden (zw. 70 u. 110 Euro). Oft findet sich aber eine Begründung und auch eine große Angst vor Brustkrebs kann eine Indikation sein. Bei erblicher Belastung in der Familie kann eine genetische Beratung angezeigt sein. Die Untersuchungen müssen hier häufiger erfolgen.

Was können Sie selber noch tun?
Eine Vorsorge im Sinne von Verhinderung von Brustkrebs können Sie nicht treffen.
Aber es gibt ein paar Vorbeuge-Maßnahmen, mit denen Sie Ihren Körper gegen den Brustkrebs wappnen können.

Ernährung: 
Bei der Entstehung des Mammakarzinoms spielen die sogenannten freien Radikale eine große Rolle. Das sind angriffslustige Molekülverbindungen, die gesunde Zellen schädigen können. Vitamin A (in Spinat, Feldsalat), Vitamin C (in Citrusfrüchten) sowie Vitamin E (in Weizenkeimöl und Haselnüssen) sind wichtige "Fänger" dieser freien Radikale. Auch das Lycopin in Tomaten und Flavonoide aus Äpfeln und Zwiebeln sind anerkannt effektive Radikalfänger. Als wahre Wunderwaffe im Schutz gegen den Brustkrebs gilt Soja. Das als Sprossen, Bohnen oder Mehl erhältliche Soja enthält schützende Phyto-Östrogene (pflanzliche Östrogene) Seelische Dauerstreß schädigt unser Abwehrsystem. Deshalb ist es wichtig hin und wieder zur Ruhe und zu sich selbst zu kommen. Yoga, Autogenes Training, Bewegung an der frischen Luft helfen.

Lebensweise: 

Alkohol kann das Brustkrebsrisiko deutlich erhöhen. Das gilt bereits für 2 Flaschen Bier oder 3 Gläser Wein täglich (das natürlich über einen langen Zeitraum gesehen)
Einer kalifornischen Studie zufolge kann man sein Brustkrebsrisiko um mehr als 50% senken, wenn man wöchentlich ca. 4 Stunden Sport treibt. Versuchen Sie so wenig wie möglich zu rauchen, vermeiden Sie Übergewicht, denn im Fettgewebe können Östrogene aus Vorstufen anderer Hormone gebildet werden, die dann wiederum das Wachstum von Krebszellen fördern könnten.

Die Diagnose:
Die meisten Mammakarzinome werden durch die Mammographie entdeckt. Sie zählt bei Verdacht oder auch als Routineuntersuchung noch immer zu den sichersten Verfahren. Die Strahlenbelastung durch so eine Röntgenaufnahme ist vergleichsweise gering. Sie entspricht etwa der natürlichen Strahlung, der jeder Mensch im Laufe eines Jahres ausgesetzt ist. Dabei wird die Brust zwischen zwei Plexiglasscheiben gedrückt, was manchmal unangenehm sein kann, und durchleuchtet. Bei jüngeren Frauen mit dichtem Brustdrüsengewebe kann eine Ultraschalluntersuchung der Brust zusätzliche Aussagen machen.
Die sogenannte Kernspin-oder Magnetfeldresonanzuntersuchung kommt zwar ohne Strahlenbelastung aus, ihre Aussagekraft ist aber noch nicht hinreichend bewiesen. Noch genauso in der Erprobungsphase steckt die Positronen-Emissions-Tomographie. Hier wird eine radioaktiv markierte Substanz gespritzt, die Krebszellen und andere Bereiche mit erhöhtem Stoffwechsel, sichtbar macht.

Der Tumormarker CEA und Ca 15.3 werden im Blut bestimmt und vor allem zur Zustandskontrolle nach der Operation benötigt.
Um bei einem auffälligen Tastbefund oder Mammographiebild mit Sicherheit sagen zu können, ob es sich um eine gutartige oder bösartige Geschwulst handelt, muß eine Untersuchung des Gewebes unter dem Mikroskop durchgeführt werden. Dazu wird durch eine Biopsie in Narkose oder in örtlicher Betäubung Gewebe entnommen Nur dieses Verfahren erlaubt eine eindeutige Aussage. Die Entnahme des Knotens zur Untersuchung kann ambulant oder während eines Krankenhausaufenthaltes durchgeführt werden.
Die Behandlung:

Hat sich der Verdacht auf ein Mammakarzinom bestätigt, beginnt die Therapie. Der Ablauf ist individuell verschieden und kommt auf die Größe, den Sitz und die Art des Tumors an. Grob läßt sich der Ablauf folgendermaßen beschreiben:
Der Pathologe bestätigt in seinem Bericht, daß es sich um ein Mammakarzinom handelt. Er gibt auch an, ob der Tumor sogenannte Hormonrezeptoren besitzt und auf eine Hormontherapie anspricht. Ist der Tumor im Ganzen entfernt, mit einem genügend großen Saum bis zum gesunden Gewebe, müssen oft noch die Lymphknoten in der Achselhöhle entfernt werden Je nachdem, um welche Art Tumor es sich handelt, und vor allem, welche Größe er hat, wird eine brusterhaltende Operation oder eine Entfernung der Brust durchgeführt.
Wichtig ist zu wissen, daß an eine brusterhaltende Operation in der Regel eine Strahlentherapie angeschlossen wird. Sind die Lymphknoten befallen, wird meistens mit einer Chemotherapie nachbehandelt.
Besitzt der Tumor Hormonrezeptoren, reagiert er also auf Hormone, wird zudem noch häufig eine Hormontherapie durchgeführt. Das Risiko der Metastasenbildung wird dadurch gesenkt.
Bei einigen Vorstufen des Mammakarzinoms ist die Tumorentfernung der einzig nötige Eingriff.

Bei sehr großen, nicht operablen Tumoren kann eine sogenannte neoadjuvante Chemotherapie (wird vor der Operation eingesetzt) helfen, den Tumor zu verkleinern und operabel zu machen.
Zum Wiederaufbau der Brust nach der Amputation stehen heute mehrere, unterschiedliche Verfahren für eine solche Aufbauplastik zur Verfügung.

Weitere Untersuchungen nach Diagnosestellung:

  • Ultraschall des Oberbauches (Lebermetastasen?),
  • Skelettszintigramm, eine Art Röntgenaufnahme des gesamten Knochensystems, (Knochenmetastasen?),
  • Tumor-Markerbestimmung (s.oben),
  • eine Röntgenaufnahme der Lunge routinemäßig vor einer Operation und eine gynäkologische Gesamtuntersuchung mit Ultraschall.


Buchtipp: Ursula Goldmann-Posch, "Der Knoten über meinem Herzen",
Therapien und andere Hilfen.
Erschienen bei Blessing, 415 Seiten, Euro ca. 10,00

Gynäkologie

Gynäkologie

Kompetent und freundlich

Operationen

Operationen

Sicher und schonend

Schwangerschaft

Schwangerschaft

Leben entdecken

IGeL Leistungen

IGeL Leistungen

Individuelle Gesundheitsleistungen
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen