Alpha-Feto-Protein

Das Pätau-Syndrom (Trisomie 13), auch unter den Synonymen Patau-Syndrom, Bartholin-Patau-Syndrom und D1-Trisomie bekannt, ist eine durch die Verdreifachung (Trisomie) von Erbmaterial des Chromosoms 13 hervorgerufene Behinderung auf der Grundlage einer Genommutation. Das Syndrom zählt derzeit zu den chromosomalen Aberrationen, die mit einer überdurchschnittlich hohen Sterblichkeit der Kinder während der Schwangerschaft und in den ersten Jahren nach der Geburt verbunden sind.
 
 

Amniocentese

Mit Amniozentese (der Fruchtwasseruntersuchung) wird in der Medizin die Punktion der Fruchtblase (Amnionhöhle) einer schwangeren Frau zur Untersuchung der im Fruchtwasser befindlichen fetalen Zellen bezeichnet.
 
 

Ausschabungen

Die Kürettage (auch in der französischen Ursprungsschreibung die Curettage - wörtlich die Auskratzung, Ausschabung) ist ein in der Zahnmedizin und auch in der operativen Gynäkologie häufig durchgeführter Eingriff. Der fachsprachliche Begriff für die gynäkologische Variante ist Substantiviert Abrasio (lateinisch) oder als Verb abradieren.

Es gibt mehrere Gründe, die eine Ausschabung notwendig werden lassen. Sie dient:

  • der Abklärung von Krankheitsbildern durch mikroskopische Untersuchung der entnommenen Gewebeproben;
  • der Entfernung von krankhaften Veränderungen der Gebärmutter wie z.B. gut- und bösartige Gewebsveränderungen oder anderen Erscheinungen, die durch Hormonstörungen oder vorausgegangenen Infektionen entstanden sind;
  • der Beseitigung von nicht mehr intakten oder zurückgebliebenen Geweben nach einer gestörten Schwangerschaft oder Fehlgeburt.
 
 

Bauchhöhlenschwangerschaft

Eine Bauchhöhlenschwangerschaft (Peritonealgravidität oder Abdominalgravität) ist eine seltene Form einer Extrauteringravidität. Nur etwa 1 % aller Schwangerschaften, die sich nicht innerhalb des Gebärmutter entwickeln, betreffen Lokalisationen außerhalb des Eileiters. Neben der Bauchhöhle ist in diesen Fällen noch der Eierstock selbst zu nennen. Die Blastozyste – eines der ersten Entwicklungsstadien nach Befruchtung der Eizelle – kann sich dabei sowohl an das parietale wie das viszerale Peritoneum anheften.

Da bei einer Abdominalschwangerschaft im Gegensatz zur Eileiterschwangerschaft die Raumbegrenzung keine wesentliche Rolle spielt, sind hier Warnsymptome sehr unterschiedlich ausgeprägt und damit uncharakteristisch. Wohl stirbt auch hier die Frucht in den allermeisten Fällen in unterschiedlichen Stadien der Entwicklung ab, allerdings gibt es auch Fallberichte über ausgetragene Bauchhöhlenschwangerschaften, die mittels Kaiserschnitt entbunden wurden. [1]

Nachdem die Frühsymptome in aller Regel denen der Frühschwangerschaft entsprechen, wird durch die in den letzten Jahren verbesserten Diagnosemöglichkeiten heutzutage auch eine Bauchhöhlenschwangerschaft schneller erkannt. Da das Überlebensrisiko für die Schwangere größer ist als die Überlebenswahrscheinlichkeit der Frucht, wird eine Bauchhöhlenschwangerschaft ebenso wie die übrigen Formen der Extrauteringravidität entweder chirurgisch (laparoskopisch, seltener offen chirurgisch) oder medikamentös (Methotrexat) beendet.
 
 

Blasenmole

Die Blasenmole (Mola hydatidosa) ist eine Störung der Embryonalentwicklung in der Schwangerschaft. Durch eine Erweiterung der kleinen Plazentagefäße kommt es zu einer blasenartigen Umwandlung der Plazentazotten mit Einschmelzung des umgebenden Bindegewebes.
 
 

Cardiotokogramm

Cardiotokogramm (Cardiotokographie - CTG / Erfinder: Prof. Dr. Konrad Hammacher) bezeichnet in der Medizin die Herztonwehenschreibung.

Neben der Sonografie ist sie die Standarduntersuchung zur Überwachung von Schwangerschaften.

Die Überwachung der Herzfrequenz des ungeborenen Kindes im Mutterleib erfolgt in Abhängigkeit von den gleichzeitig aufgezeichneten Wehen. Interpretiert wird der Kurvenverlauf der Herztonkurve. Infolge von Sauerstoffmangel kann es zu Herztonabfällen (Dezelerationen) kommen.

Mittels Pulsed-wave Doppler-Ultraschall wird die Herzfrequenz des Fetus in bpm (beats per minute) gemessen und gleichzeitig die Wehentätigkeit der Mutter mit einem separaten Wehenaufnehmer (Transducer) aufgezeichnet.

Dabei sind besonders so genannte späte Dezelerationen gefährlich, die jeweils im Anschluss an eine Wehe auftreten.

Die genaue Auswertung des CTGs kann z. B. anhand des Fischer-Scores erfolgen. Richtlinien zur Auswertung des CTGs werden auch von der Fédération Internationale de Gynécologie et d'Obstétrique (FIGO) und anderen nationalen und internationalen Gremien herausgegeben.

Moderne CTG-Geräte zeichnen neben dem fetalen Herzschlag und mütterlichen Wehen auch noch Kindsbewegungen auf. Man spricht dann von einem Kineto-CTG. Die Übertragung der Daten erfolgt heute meist vom akkubetriebenen Transducer an der Bauchwand der Mutter per Funk an die Auswerteeinheit. Dadurch kann der Gebärenden die maximale Bewegungsfreiheit bei gleichzeitiger lückenloser Überwachung des kindlichen Zustands gewährt werden. Das oben abgebildete Foto zeigt ein solches modernes CTG. Die Ladeschale für drei Transducer befindet sich auf der Druckereinheit.
 
 

Choriongonadotropin

Das humane Strukturmodell des hCG nach Kristallstruktur.
Choriongonadotropin, kurz hCG, ist ein Peptidhormon (genauer ein Gonadotropin), welches während einer Schwangerschaft in der menschlichen Plazenta (unter Einfluss des Chorions) gebildet wird und für die Erhaltung der Schwangerschaft verantwortlich ist.
 
 

Chorionzottenbiopsie

Die Chorionzottenbiopsie, auch unter dem Synonym Chorionbiopsie bekannt, ist eine invasive Untersuchungsmethode im Rahmen der Pränataldiagnostik, die bereits zu einem früheren Zeitpunkt in der Schwangerschaft angewendet werden kann als die Amniozentese. Sie dient dem vorgeburtlichen (= pränatalen) Nachweis einiger chromosomal bedingter Besonderheiten und einiger Stoffwechselerkrankungen beim ungeborenen Kind.
 
 

Coitus interruptus

Coitus Interruptus; auch bekannt als „der Rückzieher“. Bei dieser Verhütungsmethode wird kurz vor dem Samenerguss der Penis aus der Scheide gezogen.
 
 

Cytomegalievirus-Infektion

(ZMV) oder Cytomegalievirus (CMV), korrekter als Humanes Cytomegalievirus (HCMV) oder Humanes-Herpes-Virus 5 (HHV 5) bezeichnet, ist ein behülltes, doppelsträngiges DNA-Virus (dsDNA), gehört zur Familie der Herpesviridae und ist weltweit verbreitet. Die Übertragung erfolgt über den Speichel, Urin, Spermasekrete sowie bei der Bluttransfusion.
 
 

Echovist

Ultraschalluntersuchung der Eileiter mit Ultraschall
Bei diesem Eingriff erfolgt eine Ultraschalldarstellung der Gebärmutterhöhle sowie eine Überprüfung der Eileiter auf Ihre Durchgängigkeit hin. Um dieses sichtbar zu machen, kommen Substanzen die auf einer speziellen Zuckerlösung basieren (Galaktose=Echovist 200) und somit Luftbläschen speichern können zum Einsatz. Denn Luft stellt sich im Ultraschall hell dar. Wenn diese Lösung in die Gebärmutter eingespritzt wird und weiter in die Eileiter abfließt, kann dieser Vorgang mit Ultraschall verfolgt werden. Ebenso ist der Austritt der Flüssigkeit in die freie Bauchhöhle, als Beweis für die Durchgängigkeit der Eileiter, mit Ultraschall protokollierbar.
 
 

Eierstock

Der paarig angelegte Eierstock - in der medizinischen Fachsprache als Ovar (von lat. Ovarium) oder Oophoron (griech.) bezeichnet - ist ein primäres, weibliches Geschlechtsorgan. Als Gonade (Keimdrüse) entspricht sie dem Hoden männlicher Individuen und ist der Produktionsort der Eizellen und weiblicher Geschlechtshormone.
 
 

Embryo

Der oder das Embryo (grch. ἔμβρυον émbryon «neugeborenes Lamm», «ungeborene Leibesfrucht» von ἐν en «in» und βρύειν brýein «hervorsprießen lassen», «schwellen» ), auch der Keim oder der Keimling, ist ein Lebewesen in der frühen Form der Entwicklung. Die Wissenschaft, die sich mit der embryonalen Entwicklung, der Zelldifferenzierung und Organanlage befasst, ist die Embryologie.
 
 

Extrauteringravidität

Ultraschallbild einer Extrauteringravidität
Von einer Extrauterin- gravidität (EUG) spricht man in der Medizin, wenn sich die Eizelle bei einer Schwanger- schaft außerhalb der Gebärmutter (Uterus) im Gewebe einnistet. Bei ca. 1 bis 2 % aller Schwangerschaften liegt eine Extrauteringravidität vor.
 
 

Fetus

Zeichnung von Leonardo da Vinci
Fötus, nach lateinisch fetus, „die Brut, Nachkommenschaft“, ist ein menschlicher Embryo nach Ausbildung der inneren Organe während der Schwangerschaft. Mit Abschluss der Organogenese in der 8. Schwangerschafts- woche p.c. beginnt ab der 9. Schwangerschafts- woche p.c. nach der Befruchtung bis zur Geburt die Fetalperiode.

Andere Formen und Schreibungen sind Fet, Föt und Foetus. Die Mehrzahl wird mit der Endung ~en gebildet: die Feten oder die Föten.
 
 

Fruchtwasser

Fruchtwasser nennt man die vom Amnion (Fruchtblase) gebildete klare, wässrige Körperflüssigkeit, mit der die Amnionhöhle gefüllt ist. Das Fruchtwasser gehört ebenso wie das Amnion zum eigenen Gewebe der Leibesfrucht, nicht zum mütterlichen Gewebe.

In der 4. Schwangerschaftswoche umgibt sie den menschlichen Embryo bereits vollständig und verhindert damit Verwachsungen desselben mit dem Amnion. Später dient sie auch als "Schutzkissen", das Stöße abzufangen hilft, und es ermöglicht dem wachsenden Fetus Bewegungen. Eine vierte Funktion übernimmt sie in der Eröffnungsphase der Geburt, indem sie - bei intakter Fruchtblase - die Weitung des Zervixkanals gleichsam als ein hydrostatischer Keil unterstützt.

Die Fruchtwassermenge wird bei jeder Vorsorgeuntersuchung der Schwangeren überprüft: In der 10. Schwangerschaftswoche sind üblicherweise etwa 30 Milliliter (ml) Fruchtwasser vorhanden, in der 20. an die 350 ml, in der 30. bis 34. Woche etwa 1000 ml, zur Geburt etwa 800 ml. Eine Vermehrung des Fruchtwassers auf 1500 - 2000 ml wird als Polyhydramnion bezeichnet (Therapie: Amniondrainage), eine Verminderung auf weniger als 200 - 500 ml als Oligoamnion oder Oligohydramnion (Therapie: Amnioninfusion).

Die Amnionflüssigkeit wird alle drei Stunden vollständig erneuert, wobei der Fetus am Ende der Schwangerschaft davon ca. die Hälfte, also 400 ml trinkt. Dieser Anteil wird großteils vom fetalen Darm resorbiert und zum Teil über den plazentaren Kreislauf in die mütterliche Blutbahn abgegeben. Der Urin, den der Fetus in das Fruchtwasser entleert, ist aufgrund eben dieser Ausscheidungsfunktion der Plazenta nur wenig konzentriert, für die Entwicklung des Feten aber von entscheidender Bedeutung, da er mengenmäßig den größten Anteil an der Produktion des Fruchtwassers hat: Wird aufgrund z.B. einer Fehlbildung im fetalen Urogenitaltrakt zu wenig Urin produziert, stellt dies den Beginn der sogenannten Oligohydramnion-Sequenz (früher: Potter-Sequenz) dar: die Fruchtblase enthält zu wenig Fruchtwasser, was zu Fehlbildungen des Schädels und Gesichts, verschobenen Hüften, Fehlbildungen der Füße (z. B. Bildung von Klumpfüßen) und einer Hypoplasie (Unterentwicklung) der Lungen führt.

Umgekehrt kommt es zur Ausbildung eines Polyhydramnions, wenn infolge einer Behinderung der fetalen Magen-Darm-Passage wie z.B. einer Ösophagusatresie der Fetus unzureichend trinkt, die Urinproduktion aber aufgrund der ungestörten plazentaren Versorgung nicht vermindert ist.

Verschiedene Erbkrankheiten und chromosomal bedingte Besonderheiten lassen sich durch Pränataldiagnostik, z.B. mittels einer Amniozentese und einer nachfolgende Fruchtwasseruntersuchung, nachweisen. Eine unübliche Menge an Fruchtwasser kann als sonografischer Softmarker für bestimmte Besonderheiten gelten.
 
 

HIV

Das Humane Immundefizienz-Virus (HIV, engl.: Human immunodeficiency virus) – auch Menschliches Immunschwäche-Virus – ist ein Virus, das zur Familie der Retroviren und zur Gattung der Lentiviren gehört. Eine Ansteckung führt nach einer unterschiedlich langen, meist mehrjährigen Inkubationsphase zu Aids (acquired immunodeficiency syndrome, erworbenes Immundefektsyndrom), einer derzeit noch unheilbaren Immunschwächekrankheit.

Die Verbreitung von HIV hat sich in den letzten 25 Jahren zu einer Pandemie entwickelt, an der nach Schätzungen der Organisation UNAIDS bisher etwa 25 Millionen Menschen gestorben sind. Etwa 33,2 Millionen Menschen sind mit dem Virus infiziert.[1] In Deutschland lebten Ende 2006 rund 56.000 Menschen mit HIV, darunter etwa 47.000 Männer, rund 8500 Frauen und rund 400 Kinder. Bei 8700 Personen war AIDS bereits ausgebrochen. Im Jahr 2006 kam es zu ungefähr 2700 Neuinfektionen.[2] In der ersten Jahreshälfte 2007 wurden 1334 Neuinfektionen registriert, 9 % mehr als im Vorjahreszeitraum (1224), wobei 64 % der Neuinfektionen homosexuelle Männer betrafen.[3] In Österreich infizierten sich im Jahr 2005 insgesamt 453 Menschen mit HIV. In der Schweiz leben etwa 20.000 HIV-Infizierte und etwa 2.700 AIDS-Kranke.
 
 

Laparostoma

Unter einem Laparoskopie versteht man eine künstlich hergestellte Verbindung zwischen Bauchhöhle und Außenwelt. Es dient bei Erkrankungen des Peritoneums oder Retroperitoneums als einfacher Zugangsweg zu den erkrankten Organen, um beispielsweise Spülungen vorzunehmen. So können häufige Laparotomien verhindert werden. Einsatzgebiete sind die akute nektrotisierende Pankreatitis oder eine eitrige Peritonitis.
 
 

Laparotomie

Laparotomie (Bauchschnitt) bezeichnet das Öffnen der Bauchhöhle zur Durchführung eines abdominal-chirurgischen Eingriffs an den inneren Organen. Die Bauchdecke wird in der Regel durch einen Bauchdeckenschnitt geöffnet.
 
 

Lues

Lues venerea, harter Schanker oder Franzosenkrankheit genannt, ist eine Infektionskrankheit, die zur Gruppe der sexuell übertragbaren Erkrankungen gehört. Der Erreger der Syphilis ist das Bakterium Treponema pallidum. Die Syphilis wird hauptsächlich bei sexuellen Handlungen durch Schleimhautkontakt und ausschließlich von Mensch zu Mensch übertragen. Während der Schwangerschaft und bei der Geburt kann eine erkrankte Mutter die Infektion auf ihr Kind übertragen (Syphilis connata).

Das Erscheinungsbild der Krankheit ist vielfältig. Typisch ist ein Beginn mit schmerzlosen Schleimhautgeschwüren und Lymphknotenschwellungen. Bei einem Teil der Infizierten kommt es zu einem chronischen Verlauf, der durch vielfältigen Haut- und Organbefall gekennzeichnet ist. Im Endstadium kommt es zur Zerstörung des zentralen Nervensystems. Die Diagnoserstellung geschieht hauptsächlich durch den Nachweis von Antikörpern. Die Syphilis ist durch die Gabe von Antibiotika, unter anderem Penicillin, heilbar. Deren Erfindung führte zu einem deutlichen Rückgang der Syphilis im 20. Jahrhundert. Seit den 1990er Jahren ist jedoch wieder ein Anstieg der Erkrankungszahlen feststellbar. Der Nachweis einer aktiven Infektion ist nach Infektionsschutzgesetz ohne Nennung des Namens meldepflichtig.
 
 

Mammabiopsie

Die weibliche Brust besteht aus Fettgewebe und Drüsenkörper. Die meisten Veränderungen in der Brust (z.B. gutabgegrenzte tastbare Knoten, bestimmte durch die Mammographie gesicherte Verdichtungen, manche Mikroverkalkungen) sind gutartig; dies kann jedoch nur durch operative Entfernung des veränderten Gewebes und feingewebliche Untersuchung desselben mit letzter Sicherheit festgestellt werden.

Um Gewebeproben zu entnehmen, gibt es auch andere Verfahren (z.B. Feinnadelbiopsie, Vakuumstanzbiopsie, Hochgeschwindigkeitsstanzbiopsie). Bitte besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob eines dieser Verfahren für Sie eine Alternative zur Operation darstellt.

Ob weitere Maßnahmen (z.B. eine Operation, Bestrahlung oder medikamentöse Behandlung) erforderlich sind, hängt vom Befund der Gewebeuntersuchung ab. Der Arzt wird dies mit Ihnen nach Vorliegen des Untersuchungsergebnisses besprechen.
 
 

Nackentransparenz

Nackentransparenz bezeichnet eine subkutane, also eine unter der Haut gelegene Flüssigkeitsansammlung (Ödem) zwischen der Haut und dem Weichteilgewebe über der zervikalen Wirbelsäule im Nackenbereich eines ungeborenen Babys.

Sie tritt im Zeitraum zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche auf, in dem sich das Lymphsystem und die Funktionen der Nieren entwickeln. Die Flüssigkeit kann deshalb noch nicht abgeleitet werden und es kommt zu einer Lymphansammlung im Bereich des Nackens, wo die Haut sehr dehnbar ist. Infolge dieses Flüssigkeitsstaus entsteht die Nackentransparenz. Anschließend bildet sich im Verlauf der weiteren Entwicklung diese Lymphansammlung wieder zurück. Der Begriff hat in den letzten Jahren im Rahmen der Pränataldiagnostik Bedeutung erlangt und leitet sich davon ab, dass Flüssigkeiten auf üblichen Ultraschallmonitoren als echofreier Zwischenraum schwarz (black space) und damit transparent (durchsichtig) erscheinen. Mit einer auffallenden Vergrößerung der Nackentransparenz werden verschiedene Fehlbildungen in Verbindung gebracht.
 
 

Pearl-Index

Mit dem Pearl-Index (abgekürzt: PI), benannt nach dem amerikanischen Biologen Raymond Pearl (1879–1940), wird die Zuverlässigkeit von Methoden der Empfängnisverhütung gemessen.

Der Pearl-Index wird folgendermaßen ermittelt: Verhüten 100 Frauen ein Jahr lang mit der gleichen Methode, dann entspricht die Anzahl der Frauen, die in diesen Zeitraum trotzdem schwanger werden, dem Pearl-Index. Sollten 3 Frauen ungewollt schwanger werden, beträgt der Pearl Index also 3.

Umgekehrt gibt der Pearl-Index an wieviele von 100 Frauen pro Jahr trotz Anwendung der genannten Verhütungsmethode schwanger werden.

Man muss zwischen Methodensicherheit und Gebrauchssicherheit unterscheiden: Bei ersterer werden nur die Schwangerschaften berücksichtigt, die trotz korrekter Anwendung der Verhütungsmethode eintreten, während bei letzterer auch Schwangerschaften aufgrund von Anwendungsfehlern Berücksichtigung finden. Verständlicherweise ist der Pearl-Index für die Gebrauchssicherheit einer Methode in der Regel deutlich höher als jener für die Methodensicherheit. Leider wird oft nicht angegeben, welcher Wert gemeint ist, was die mitunter starken Abweichungen der für die gleiche Methode angegebenen Pearl-Werte zum Teil erklärt.

Der Pearl-Index hängt auch vom Kenntnis- und Erfahrungsstand der untersuchten Frauen und ihrer jeweiligen Partner ab, das heißt im ersten Jahr der Anwendung ist die Schwangerschaftsquote im statistischen Schnitt höher.
 
 

Pränatal

Die Ausdrücke pränatal, antenatal, präpartal, präpartual, ante partum und prae partum bedeuten "vor der Geburt". Zusammengesetzt sind sie aus den lateinischen Adjektiven bzw. Vorsilben prä~ bzw. ante~ (= vor / vorangehend) und ~natal bzw. ~partual (geburtlich / die Geburt betreffend) bzw. deren Substantiven natus/partus.

Bezeichnet werden damit in der Medizin, und hier insbesondere in der Pränatalmedizin, solche körperlichen und psychischen Veränderungen und Vorgänge bei der Schwangeren und dem Fetus, die durch die Schwangerschaft und die bevorstehende Geburt hervorgerufen werden. Unter pränataler Diagnostik versteht man Untersuchungen am bzw. in Bezug auf Embryo bzw. Fötus und Schwangeren, unter pränataler Medizin die vorgeburtliche Untersuchung und Behandlung ungeborener Kinder (siehe auch: Therapie in utero).

Für Vorgänge, die um den Geburtszeitraum, also kurz vor oder nach der Geburt stattfinden, verwendet man den Begriff peripartal oder perinatal, für Ereignisse oder Zustände nach der Geburt den Begriff postpartal oder postnatal.
 
 

Röteln

Röteln sind eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch das Rötelnvirus ausgelöst wird. Neben den typischen roten Hautflecken (Exanthem) treten auch Fieber und Lymphknotenschwellung auf. Gefürchtet ist eine Rötelninfektion während der Schwangerschaft, weil sie häufig zu schweren Komplikationen (Rötelnembryopathien) mit ausgeprägten Fehlbildungen und selbst zu Fehlgeburten führen kann. Eine vorbeugende Impfung ist verfügbar.
 
 

Toxoplasmose

Toxoplasmose ist eine häufig auftretende Infektionskrankheit des Menschen und bei anderen Säugetieren, übertragen durch den Parasiten Toxoplasma gondii. Hauptwirt für den Erreger sind Katzen und katzenartige Tiere, in deren Darm sich Vorstadien des Einzellers bilden, die durch die Exkremente ausgeschieden werden. Außerdem sind die Einzeller über die Erde (z. B. bei der Gartenarbeit), über die Nahrungskette durch rohe Eier und Fleisch (vor allem im rohem Fleisch) und Rohmilchprodukte übertragbar.

Die Inkubationszeit beim Menschen beträgt ein bis drei Wochen, die Infektion verläuft bei gesundem Immunsystem für etwa 90 % der Betroffenen beschwerdefrei und symptomlos. Bei schubweise verlaufender Erkrankung kann sich die Ausbreitung über Wochen und Jahre hinziehen. Hierbei bleiben die Erreger im Organismus in Zysten eingeschlossen. Sie platzen zu beliebiger Zeit und gelangen so in das Blutgefäß- und Lymphsystem. Bei einer durchgestandenen Erkrankung ist eine Immunität anzunehmen.
 
 

Tubargravidität

Die Eileiterschwangerschaft (Fachbegriff Tubargravidität) ist die häufigste Form einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter (Fachbegriff Extrauteringravidität). Der befruchteten Eizelle (Zygote) gelingt es hierbei nicht, den Eileiter zu durchwandern. Sie nistet sich stattdessen in der Schleimhaut des Eileiters ein. Kommt es nicht zu einem spontanen Schwangerschaftsabbruch (Tubarabort), spricht man von der eigentlichen Eileiterschwangerschaft, dem Wachsen des Embryos im Eileiter. Nicht rechtzeitig erkannt wird diese in vielen Fällen lebensbedrohlich für die werdende Mutter, da der Eileiter wenig dehnbar ist und irgendwann platzt (rupturiert). Dies hat umfangreiche innere Blutungen im Bauch der Mutter zur Folge und kann zu Kreislaufversagen und zum Schock führen. Die statistische Wahrscheinlichkeit einer Eileiterschwangerschaft gegenüber einer regulären Schwangerschaft liegt bei ca. 1-2 Prozent.
 
 

Tubarruptur

Treten plötzlich sehr starke Schmerzen im Unterbauch auf, so ist es möglicherweise zu einem Eileiterbruch gekommen (Tubarruptur). Dieser führt zu starken Blutungen in der Bauchhöhle und stellt eine lebensbedrohliche Situation für die werdende Mutter dar. In der Folge kann es zu einem Schock und Kreislaufversagen kommen. Zur Ruptur kommt es im Allgemeinen zwischen der 5. und 8. Schwangerschaftswoche.

Wird ein Eileiterbruch vermutet, ist eine sofortige Bauchspiegelung notwendig. Bei der anschließenden Notoperation erfolgt ein Bauchschnitt (Laparotomie). Das embryonale Gewebe wird dabei operativ komplett aus dem Eileiter entfernt. Je nach Zustand des Eileiters ist dieser in seiner Funktionsweise irreparabel beschädigt und wird in vielen Fällen komplett entfernt.
 
 

Vaginalring

oder auch Verhütungsring ist ein Verhütungsmittel, welches mit Hormonen einen Eisprung verhindert. Es handelt sich um einen Ring aus medizinischem Kunststoff, der in die Vagina eingeführt und nach drei Wochen wieder entfernt wird. Darauf folgen sieben Tage ohne Ring, in denen eine menstruationsähnliche Blutung einsetzt. Der momentan einzige Vaginalring in Deutschland ist der NuvaRing, der Etonogestrel und Ethinylestradiol enthält.

Die vom Ring kontinuierlich abgegebenen Hormone gehören wie bei der Antibabypille zu den Östrogenen und Gestagenen. Sie werden lokal von der Vaginalschleimhaut aufgenommen, so dass die Hormone niedriger dosiert werden können. Da keine orale Einnahme notwendig ist, entfallen viele Anwendungsfehler. Die Wirksamkeit bleibt auch bei Durchfall oder Erbrechen erhalten, solange diese nicht auf eine Störung der Darmflora zurückzuführen sind, wie z. B. bei Einnahme von Antibiotika. In diesem Fall kann die Wirksamkeit der freigesetzten Hormone verringert sein, ein Empfängnisschutz ist möglicherweise nicht mehr gegeben. Der Vaginalring ist mit einem Pearl-Index von 0,4 bis 1,7 fast so sicher wie die Pille. Er ist in Deutschland rezeptpflichtig.
 
 
 
 
 

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